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Foto BR
Um 8.00 Uhr in Rothrist im Nebel gestartet und etwa eineinhalb Stunden später, noch immer im Nebel Richtung Seeufer des Neuenburgersees gewandert.
Das Gras noch nass und die Vögel etwas still, so präsentierte sich die erste Stunde unseres Ausflugs. Jene Zugvögel die noch da sind, beschäftigen sich im Moment mit dem Fressen von Beeren und Sämereien um genügend Fettreserven einzulagern für den kräftezehrenden Flug Richtung Mittelmeer. Auch wir füllten über Mittag in der "Auberge La Sauge" unsere Depots wieder auf. Beim Kaffee angelangt zeigte sich auch die Sonne wieder und Beat Rüegger stellte uns den Biologen und Berater des Biotopverbundes "Grosses Moos", Paul Mosimann vor. Dieser führte uns am Nachmittag ins Gebiet der "Krümmi" und erläuterte uns die im Moment aktuellen naturschutzmässigen Schwerpunkte.
Witzwil und Bellechasse
Der Betrieb der Strafanstalt Witzwil ist mit gut 600 ha der grösste (staatliche) Landwirtschaftsbetrieb der Schweiz, gefolgt von "Bellechasse" mit 300 ha. Durch die Juragewässerkorrektion wurde diese riesige zusammenhängende Ebene überhaupt erst für die Landwirtschaft nutzbar. Infolge der intensiven Bewirtschaftung litt jedoch die Natur. Durch eine sinnvolle Zusammenarbeit von Landwirtschaft und der Stiftung "Biotopverbund Grosses Moos" konnten in den letzten 20 Jahren grosse Flächen wieder ökologisch aufgewertet und teilweise wieder als Naturschutzgebiete ausgeschieden werden. Heute bildet das "Grosse Moos" die Fortsetzung der "Grande Cariçaie" und ist so Bindeglied zwischen Murten- und Bielersee.
Dorngrasmücke und Grauammer
Anders als der im "Grossen Moos" häufig anzutreffende Neuntöter, bevorzugt die immer seltener in der Schweiz brütende Dorngrasmücke (siehe Foto oben) keine zusammenhängenden, dichten Hecken. Sie liebt lockere, linsenförmige und mit Rosen bepflanzte ungefähr 20m2 grosse Flächen, die untereinander durch natürliche Wiesenstücke verbunden sind. Ob die jetzt in dieser Form angelegten Bepflanzungen helfen, die Dorngrasmücke wieder öfter als Brutvogel zu beherbergen, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.
FanelSo neblig wie am Samstag war es am Sonntagmorgen nicht, trotzdem gönnten wir uns eine Stunde mehr Schlaf und wanderten erst um 9.00 dem Broyekanal entlang um die Vögel im "Fanel" zu beobachten. Nebst einer Rohrweihe zeigte sich auch ein Grüppchen Bartmeisen, so nahe dass nicht einmal der Feldstecher nötig war. Auf dem Wasser zeigten sich Schnatter-, Krick-, Löffel- und Stockenten, zahlreiche Möwen, Kormorane, Reiher, Haubentaucher und Gänsesäger. Einzig für die Ringelnatter war dieser sonnige Herbsttag doch schon zu kühl. Ein feines Mittagessen in Ins bildete den Abschluss dieser Reise. Dem Leiter und Organisator dieses schönen und interessanten Ausfluges, Beat Rüegger, sei an dieser Stelle herzlich gedankt.
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